Die Wurkkos DL70 ist die Lampe, die bei mir immer im Gepäck liegt. Gekauft habe ich sie im März 2023 für 89,99 Euro, seitdem ist sie meine Hauptlampe – im heimischen See genauso wie im Urlaub. Dreieinhalb Jahre sind lange genug, um über mehr zu schreiben als über ein Datenblatt.
Anders als in meinen übrigen Modellbeiträgen gilt hier: Diese Lampe habe ich selbst getaucht, seit März 2023, in warmem und in sehr kaltem Wasser. Was unten unter „Aus meiner Praxis“ steht, habe ich erlebt. Die technischen Daten darüber sind Herstellerangaben und von mir nicht nachgemessen.
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Technische Daten (Herstellerangaben)
| Lichtstrom | bis 13.000 Lumen |
| LED | 4 × Cree XHP50.2 (3 V) |
| Reichweite | bis 505 Meter |
| Leuchtstufen | vier: Low, Mid, High, Turbo |
| Bedienung | magnetischer Seitenschalter |
| Akku | 2 × 5.000 mAh, Ladegerät im Lieferumfang |
| Dichtigkeit | IPX8, bis 100 Meter |
| Gehäuse | Aluminiumlegierung 6061, Kupferboard zur Wärmeableitung |
Aus meiner Praxis: dreieinhalb Jahre DL70
Im klaren Wasser ist sie wunderbar
Im Roten Meer spielt die DL70 alles aus, was sie hat. Das Licht ist sehr hell und strahlt sehr weit – man leuchtet eine Wand an und sieht sie, nicht nur den Fleck davor. Für alles, was man am Riff sehen will, ist das genau richtig.
Die Brenndauer, und zwar auch im Kaltwasser
Die DL70 hält bei mir locker einen anderthalbstündigen Tauchgang durch, meistens länger – und das auch in kaltem Wasser von vier bis fünf Grad, wie es im Blausteinsee unten ganzjährig herrscht. Das ist der Wert, der mich am meisten überzeugt hat, denn Kälte ist für Lithium-Akkus die härtere Prüfung als Tiefe. Wer im heimischen See ganzjährig taucht, weiß, wie schnell manche Lampe dort schlappmacht. Was Kälte darüber hinaus mit dem Akku anstellt und warum du erst ab plus zehn Grad wieder lädst, steht in Tauchlampe für Baggersee und Kaltwasser.
Der Magnetschalter hat nie Ärger gemacht
In dreieinhalb Jahren hat sich der Schalter kein einziges Mal von selbst verstellt, und er lässt sich auch mit dicken Handschuhen problemlos bedienen. Das klingt nach einer Kleinigkeit, ist aber der Punkt, an dem sich Tauchlampen im Alltag entscheiden. Eine Lampe, die man mit klammen Fingern nicht sauber schalten kann, ärgert bei jedem Tauchgang.
Und jetzt das Problem: der Abstrahlwinkel
Das Einzige, was mich an dieser Lampe je geärgert hat, ist ihr sehr großer Abstrahlwinkel – und zwar in zwei Situationen.
Beim Nachttauchgang ist er manchmal störend. Vor einem entsteht eine gleißende Helligkeit, und das ist nicht immer angenehm. Man leuchtet mehr aus, als man eigentlich sehen will.
Im trüben Heimatgewässer wird er zum echten Problem. Sobald Schwebeteilchen im Wasser sind, reflektieren sie das Licht – und dann sieht man fast nichts mehr. Der Effekt ist derselbe wie Fernlicht im Nebel: Je mehr Licht in die Trübung geht, desto weniger kommt an. Es hilft dann auch nicht, die Lampe herunterzuregeln; das Problem ist die Breite des Kegels, nicht seine Helligkeit.
Für solche Bedingungen ist eine Lampe mit kleinerem Abstrahlwinkel viel interessanter. Genau darum geht es in meinem Beitrag zur OrcaTorch D530 mit ihrem 7-Grad-Spot – eine Lampe mit einem Bruchteil der Lumenzahl, die im trüben Wasser trotzdem mehr zeigt.
Geisternetz-Bergung vor Rügen
Den härtesten Einsatz hatte die DL70 nicht im See, sondern bei der Bergung von Geisternetzen vor Rügen – verlorenen Fischernetzen, die am Grund weiterfangen. Dort wird mit beiden Händen an Netz und Messer gearbeitet, in einer Sedimentwolke, die man selbst aufwirbelt. Die Lampe hat das mitgemacht, ohne Ausfall und ohne Wassereinbruch.
Zwei Dinge sind mir dabei aufgefallen. Erstens: Der Magnetschalter ist unter Arbeitsbelastung ein echter Vorteil – man greift, man sieht nicht hin. Zweitens: Der breite Kegel, den ich weiter oben kritisiere, ist in aufgewirbeltem Sediment noch deutlich hinderlicher als im normalen Trübwasser. In dieser Lage hätte ich lieber einen engen Spot gehabt.
⭐ Nach dreieinhalb Jahren: nichts kaputt — und die Akkus laufen noch
Weder Korrosion noch undichte Stellen, und auch an der Ladebuchse habe ich bisher keine Probleme festgestellt.
Der Punkt, der mich selbst überrascht hat, sind aber die Akkus. Es sind noch die beiden, die im März 2023 im Lieferumfang lagen — nachgekauft habe ich nie. Ihre Kapazität hat merklich nachgelassen, das ist nach dreieinhalb Jahren zu erwarten. Trotzdem tragen sie weiterhin locker einen anderthalbstündigen Tauchgang im Blausteinsee, meistens länger — bei vier Grad am Grund.
Das ist die Angabe, die man in keinem Test findet, weil kein Tester eine Lampe dreieinhalb Jahre behält. Und es ist der eigentliche Grund, warum ich diese Lampe weiterempfehle: Nicht die 13.000 Lumen, sondern dass nach dreieinhalb Jahren nichts nachgekauft werden musste.
Zum Preis: Ich habe 89,99 Euro bezahlt. Wer heute schaut, findet sie in derselben Größenordnung — die Lampe ist also nicht teurer geworden, während vieles andere es wurde.
Für wen die Lampe passt
Gut geeignet als Hauptlampe für klares Wasser – Urlaub, Rotes Meer, Mittelmeer –, für Tauchgänge, bei denen man weit sehen will, und für alle, die eine Lampe suchen, die auch im Kaltwasser einen kompletten Tauchgang durchhält.
Weniger geeignet als einzige Lampe für trübes Binnengewässer. Nicht weil sie schlecht wäre – sondern weil ihr breiter Kegel dort gegen einen arbeitet. Wer überwiegend im See taucht, sollte zusätzlich eine Lampe mit engem Spot dabeihaben.
Was ich nicht sagen kann
- Ob die 13.000 Lumen stimmen. Ich habe nicht gemessen. Für das, was ich unter Wasser sehe, ist die Zahl ohnehin zweitrangig – der Abstrahlwinkel entscheidet mehr.
- Auf welcher Stufe genau ich die anderthalb Stunden fahre. Das habe ich nie mitprotokolliert; es ist die Stufe, die für den jeweiligen Tauchgang passt, nicht durchgehend Turbo.
- Wie sie sich nach acht oder zehn Jahren verhält. Dreieinhalb Jahre sind dreieinhalb Jahre.
- Wie viel Kapazität die Akkus genau verloren haben. Ich merke es an der Restlaufzeit, gemessen habe ich es nicht.
Meine zweite Lampe dazu
Im Urlaub nehme ich zusätzlich die Wurkkos DL40 mit, weil sie deutlich leichter ist; sonst liegt sie als Backup im Equipment-Koffer, falls die DL70 einmal ausfällt. Am heimischen See geht dagegen die Wurkkos DL30 als zweite Lampe mit. Für Videoaufnahmen benutze ich eine Mares XR Tanklampe – die hat denselben breiten Kegel und damit auch dieselbe Schwäche im trüben Wasser.
Einen Überblick über die Marke gibt der Beitrag zu den Wurkkos Tauchlampen insgesamt.
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Häufige Fragen
Reicht die DL70 als einzige Lampe?
Als Lichtquelle ja, mehr als das. Als einzige Lampe am Mann nein – zu einem Nachttauchgang gehört immer eine zweite, unabhängige Lampe, egal wie gut die erste ist. Bei mir ist das am heimischen See die DL30, auf Reisen die DL40.
Wie ist sie im Vergleich zur DL10R?
Die DL10R ist die kleinere Schwester mit weniger Leistung und niedrigerem Preis. Getaucht habe ich sie nicht – was ich zu ihr schreibe, beruht auf Herstellerangaben, nicht auf eigener Erfahrung.
Kommt sie mit ins Flugzeug?
Sie hat Lithium-Akkus, damit gelten die Regeln für Akkus im Handgepäck. Was dabei zu beachten ist, steht in meinem Beitrag über Tauchlampen im Flugzeug.