Tauchlampen-Modelle: die Bauarten und wofür sie gedacht sind

Tauchlampen unterscheiden sich von Hersteller zu Hersteller — aber quer durch alle Marken gibt es eine Handvoll Bauarten, nach denen sich jedes Modell einordnen lässt. Wer die kennt, muss nicht mehr Datenblätter vergleichen, sondern kann eine Lampe schon an ihrer Form dem richtigen Einsatz zuordnen.

Um es mit Autos zu sagen: Ein Audi A6 und ein Mercedes E300 sind verschiedene Modelle, aber beide sind Limousinen. Diese Seite sortiert die Tauchlampen nach ihren „Karosserieformen“ — nach Bauart, Leuchtmittel, Abstrahlwinkel und Bedienung.

Was du hier findest — und was nicht
Diese Seite ordnet Bauarten ein, sie bewertet keine einzelnen Lampen. Wenn du nach geprüften Ergebnissen suchst, gehört deine Frage auf die Seite Tauchlampe Test — dort steht, wer Tauchlampen wirklich prüft und woran ein echter Test zu erkennen ist. Und wenn du wissen willst, wie viel Licht du brauchst, steht das in Tauchlampe: Wie viel Lumen brauche ich?

Bauarten: die fünf Formen, die es gibt

Die Handlampe

Der Normalfall. Fast jeder Hersteller hat sie im Programm: ein Rohr mit Lampenkopf, das in der Hand liegt. Alles steckt in einem Gehäuse — Akku, Elektronik, Leuchtmittel.

Eine Handlampe muss befestigt werden, sonst liegt sie beim ersten Missgeschick auf dem Grund. Üblich sind Handschlaufe, Boltsnap am D-Ring oder ein Goodman-Handle, bei dem die Lampe auf dem Handrücken sitzt und die Hand frei bleibt. Welche Lösung wofür taugt, steht in Goodman-Handle, Boltsnap und Schlaufe.

Die Backuplampe

Technisch eine kleine Handlampe, aber mit einer anderen Aufgabe: Sie muss nicht hell sein, sondern zuverlässig angehen, wenn die Hauptlampe ausfällt. Deshalb sind Backuplampen kurz, haben oft nur eine Leuchtstufe und werden am Brust-D-Ring getragen, wo man sie mit einer Hand findet.

Sie ist keine Kür. Jeder Tauchgang, der ohne Licht nicht sicher zu beenden wäre — Nacht, Höhle, Wrack, trübes Binnengewässer im Winter — verlangt eine zweite Lampe. Eine Auswahl steht in Top 5 Backup-Tauchlampen.

Die Tanklampe (Kanisterlampe)

Hier sitzt der Akku nicht in der Lampe, sondern in einem eigenen Akkutank am Gurt, verbunden über ein Kabel mit dem Lampenkopf am Goodman-Handle. Daher der Name.

Die modulare Bauweise hat zwei Vorteile: Am selben Akkutank lassen sich verschiedene Lampenköpfe betreiben — Spot für die Höhle, Flutlicht fürs Video —, und die Kapazität ist nicht durch die Größe eines Handgriffs begrenzt. Brenndauern von acht bis zwölf Stunden sind hier möglich, also mehr, als ein Sporttaucher an einem Tag braucht. Ein Beispiel sind die Mares XR Tanklampen; alles Weitere zur Gattung steht unter Tanklampe.

Nicht alle Tanklampen erlauben den Wechsel des Tanks unter Wasser — bei den genannten Laufzeiten braucht das auch kaum jemand.

Die Foto- und Videolampe

Von außen eine Handlampe, im Inneren etwas anderes: breiter Abstrahlwinkel, hohe Farbwiedergabe, konstante Helligkeit. Für das Auge ist so eine Lampe kein Gewinn — sie leuchtet nicht weit —, für den Kamerasensor schon.

Die Sonderformen

  • Helm- und Stirnlampe — für Taucher, die beide Hände an der Leine haben: Höhle, Wrack, Arbeitstauchen. Sie ersetzt die Handlampe nicht, sondern ergänzt sie.
  • Lampe mit Laserpointer — ein Zeigegerät für Guides, die kleine Motive markieren.
  • UV-Lampe — zum Fluoreszenztauchen, mit Sperrfilter vor der Maske. Eine eigene Disziplin, keine Allzwecklampe.

Leuchtmittel: LED, und was davor war

LED-Tauchlampen

Der Stand der Technik, und für die allermeisten Modelle die einzige Option. Viele Hersteller führen ausschließlich LED, im günstigen Segment gibt es gar nichts anderes. Was die Technik unter Wasser leistet — und wo die Herstellerangaben regelmäßig schweigen —, steht in LED Taucherlampe.

Halogen-Tauchlampen

Halogen ist wegen der schlechteren Effizienz weitgehend verschwunden, hat aber ein Argument, das lange galt: ein kontinuierliches Farbspektrum mit hohem Rotanteil. Unterwasseraufnahmen wirken damit farbkräftiger als mit frühen LEDs, die im Rotbereich eine Lücke hatten.

Das Argument ist heute schwächer als früher: Moderne LEDs mit hoher Farbwiedergabe schließen diese Lücke weitgehend, bei einem Bruchteil des Stromverbrauchs. Wo Halogen noch verkauft wird, geschieht das meist bei Herstellern mit langlebigen Baureihen — teils lassen sich diese Lampen auf LED-Module nachrüsten, etwa bei Hartenberger.

Gasentladung (HID)

Zwischen Halogen und LED gab es eine Zeit, in der Gasentladungslampen die hellsten Tauchlampen stellten. Sie brauchen ein Vorschaltgerät und eine Anlaufzeit, sind dafür sehr effizient. Im aktuellen Angebot findet man sie fast nur noch bei Hochleistungs- und Tanklampen einzelner Hersteller.

Abstrahlwinkel: der Wert, der mehr entscheidet als die Lumenzahl

Spot: 8 bis 12 Grad

Die klassische Taucherlampe bündelt eng. Der helle Kern in der Mitte heißt Spot, der schwächer ausgeleuchtete Ring darum Korona. Ein enger Strahl reicht weit und leuchtet im trüben Wasser weniger Schwebeteilchen an — deshalb ist er im Binnengewässer die bessere Wahl, obwohl er weniger Fläche beleuchtet.

Flutlicht: 60 bis 130 Grad

Für Foto, Video und zum großflächigen Ausleuchten. Der Preis dafür ist Reichweite, und zwar deutlich mehr, als die Lumenzahl vermuten lässt.

Ein belegtes Beispiel, das den Zusammenhang zeigt: Dieselbe Lampe erreicht laut Herstellerangabe im 12-Grad-Spot mit 2.000 Lumen eine Leuchtweite von 274 Metern — im 133-Grad-Flutlicht mit 3.600 Lumen nur 90 Meter. Mehr Licht, ein Drittel der Reichweite, weil es auf ein Vielfaches der Fläche verteilt wird.

Eine Lampe, die beides kann — schaltbarer Spot und Flut —, ist deshalb kein Marketing, sondern für viele Taucher die sinnvollste Bauform.

Zoom und Fokus

Manche Lampen lassen den Winkel stufenlos verstellen. Das klingt nach der Lösung, hat aber einen Haken: Der Verstellmechanismus ist eine bewegliche Dichtung mehr, und Zoomlampen erzeugen im Kegel oft ein sichtbares Rechteck oder Ringe. Für Fotografie taugt das selten, zum Sehen kann es genügen.

Bedienung: der Schalter entscheidet über den Alltag

Magnet- und Schiebeschalter

Verbreitet bei LED-Lampen, oft als Magnetdrehring: Der Kopf wird gedreht, die Elektronik schaltet berührungslos. Vorteil ist die stufenlose oder feinstufige Regelung und dass keine Öffnung im Gehäuse nötig ist.

Der Nachteil, und er wiegt schwer: Ein ungesicherter Schiebe- oder Drehschalter bewegt sich in der Tauchtasche oder in der Jackettasche von selbst. Die Lampe schaltet sich ein, wird an Land ohne Wasserkühlung heiß und ist beim nächsten Tauchgang leer. Höhlen- und Expeditionstaucher, die mehrere Backuplampen mitführen, meiden solche Schalter deshalb in der Regel.

Druckknopf

Schützt besser vor unbeabsichtigtem Einschalten, und die Elektronik dahinter erlaubt mehrere Modi: Häufig sind 25, 50 und 100 Prozent, dazu oft ein Firefly-Modus (sehr schwaches Dauerlicht) oder ein SOS-Modus.

Der Preis ist eine Öffnung im Gehäuse. Die Abdichtung des Tasters ist eine der Stellen, an denen Wasser eindringen kann.

Transportsperre

Das Merkmal, nach dem beim Kauf niemand fragt und das im Urlaub den Unterschied macht: Viele Lampen lassen sich sperren, indem man den Kopf eine Vierteldrehung löst oder den Taster mehrfach betätigt. Für den Flug ist das mehr als bequem — dazu steht das Nötige in Tauchlampe im Flugzeug.

Stromquelle: fest verbaut oder wechselbar

  • Wechselbare Rundzellen (18650, 21700, 26650) — die reparaturfreundlichste Lösung: Ist der Akku nach Jahren müde, kostet der Ersatz wenige Euro. Zudem lässt sich eine geladene Zelle zwischen zwei Tauchgängen tauschen.
  • Fest verbauter Akku mit Ladebuchse — bequem, aber die Buchse ist eine Öffnung im Gehäuse und damit der häufigste Weg, auf dem Wasser hineinkommt.
  • Fest verbauter Akku mit magnetischer Ladeschale — die robusteste der bequemen Lösungen: kein Loch im Gehäuse, dafür ein Ladegerät, das man nicht vergessen darf.
  • Akkupack im Tank — bei Tanklampen; Kapazität praktisch unbegrenzt, dafür Gewicht und Kabel.

Welche Bauart für welchen Tauchgang?

Einsatz Bauart Winkel
Nachttauchgang im Warmwasser Handlampe + Backup Spot, gern mit Flutstufe
Trübes Binnengewässer Handlampe am Goodman-Handle + Backup enger Spot
Höhle, Wrack, technisches Tauchen Tanklampe + zwei Backups enger Spot
Video und Foto zwei Videolampen auf Armen 60–120 Grad
Tagtauchgang im Riff, in Spalten leuchten kompakte Handlampe mittlerer Spot

Welche Hersteller welche dieser Bauarten anbieten, steht in der Übersicht der Tauchlampen-Hersteller.

Häufige Fragen

Welche Arten von Tauchlampen gibt es?

Nach der Bauform: Handlampe, Backuplampe, Tanklampe mit externem Akku, Foto- und Videolampe sowie Sonderformen wie Helmlampe, Lampe mit Laserpointer und UV-Lampe. Nach dem Leuchtmittel praktisch nur noch LED, vereinzelt Halogen und Gasentladung. Nach dem Abstrahlwinkel Spot (8–12 Grad) und Flutlicht (60–130 Grad).

Was ist der Unterschied zwischen Hauptlampe und Backuplampe?

Die Aufgabe, nicht die Technik. Die Hauptlampe leuchtet den Tauchgang aus, die Backuplampe muss vor allem zuverlässig angehen, wenn die Hauptlampe ausfällt — sie ist deshalb klein, einfach und wird am Brust-D-Ring so getragen, dass man sie mit einer Hand findet.

Was bedeutet Spot und Flood bei einer Tauchlampe?

Spot ist der eng gebündelte Strahl von etwa 8 bis 12 Grad: reicht weit, leuchtet im trüben Wasser wenig Schwebeteilchen an. Flood oder Flutlicht meint 60 bis 130 Grad: leuchtet Fläche aus, reicht aber deutlich weniger weit — dieselbe Lampe kann im Spot 274 Meter und im Flutlicht 90 Meter erreichen.

Sind Halogen-Tauchlampen noch sinnvoll?

Nur in Sonderfällen. Ihr Vorteil war das kontinuierliche Spektrum mit hohem Rotanteil, was für Foto und Video zählte. Moderne LEDs mit hoher Farbwiedergabe schließen diese Lücke weitgehend, bei viel geringerem Stromverbrauch. Wer eine alte Halogenlampe hat, kann sie bei manchen Herstellern auf LED-Module umrüsten lassen.

Schiebeschalter oder Druckknopf?

Der Druckknopf ist im Alltag die sicherere Wahl, weil er sich in der Tasche nicht von selbst bewegt. Der Schiebe- oder Magnetdrehschalter regelt feiner und braucht keine Öffnung im Gehäuse. Entscheidend ist in beiden Fällen, ob sich die Lampe für den Transport sperren lässt.