Sofirn ist eine der Marken, die im deutschen Tauchhandel praktisch nicht vorkommen und trotzdem seit Jahren die Amazon-Bestsellerliste für Tauchleuchten bevölkern. Die SD05 ist ihr erfolgreichstes Tauchmodell: 3.000 Lumen, Magnetdrehring, Ladegerät im Lieferumfang – für unter 45 Euro.
Vorbemerkung: Ich habe die SD05 nicht selbst getaucht. Die technischen Angaben stammen vom Hersteller. Was ich beitragen kann, ist die Einordnung – was diese Daten unter Wasser bedeuten und wofür eine Lampe dieser Klasse taugt.
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Letzte Aktualisierung am 11.10.2026 / *=Affiliate Links/Werbung
Technische Daten (Herstellerangaben)
| Lichtstrom | bis 3.000 Lumen |
| LED | Cree XHP50.2 |
| Reichweite | bis 270 Meter |
| Bedienung | Magnetdrehring: aus – niedrig – mittel – hoch |
| Dichtigkeit | IPX8, bis 100 Meter |
| Gehäuse | harteloxierte Aluminiumlegierung |
| Lieferumfang | Lampe, Ladegerät, Handschlaufe, Anleitung |
Externes Ladegerät statt USB-Buchse – warum das ein Vorteil ist
Die SD05 wird mit einem separaten Ladegerät geliefert; der Akku wird zum Laden herausgenommen. Das wirkt auf den ersten Blick altmodisch gegenüber Lampen mit interner USB-C-Ladung. Unter Wasser betrachtet ist es ein Vorzug.
Jede Ladebuchse im Gehäuse ist eine zusätzliche Öffnung, die dicht bleiben muss – und die Abdeckung darüber ist bei jeder Lampe dieser Bauart das erste Teil, das im Salzwasser altert. Eine Lampe ohne Buchse hat diese Schwachstelle nicht. Sie hat dafür eine andere: Der Deckel muss nach jedem Akkuwechsel korrekt geschlossen und der O-Ring sauber sein.
Der zweite Vorteil des Wechselakkus wiegt in der Praxis schwerer: Du kannst einen zweiten Akku mitnehmen. Wer an einem Tauchtag zwei Nachttauchgänge macht, ist mit einem Ersatzakku besser bedient als mit einer Lampe, die zwischendurch zwei Stunden am Kabel hängt.
3.000 Lumen und 270 Meter Reichweite – was davon zählt
Die Reichweitenangabe von 270 Metern ist ein Wert aus der Taschenlampenwelt und unter Wasser ohne Bedeutung. Selbst in sehr klarem Wasser ist bei einer Sichtweite von dreißig, vierzig Metern Schluss – im heimischen See oft schon nach zwei. Die Zahl sagt nur eines: Der Lichtkegel ist eher gebündelt als breit gestreut.
Genau das ist für den Einsatz im trüben Wasser günstig. Ein enger Kegel wirft weniger Licht auf die Schwebstoffe direkt vor der Maske. Wer schon einmal mit Fernlicht durch Nebel gefahren ist, kennt den Effekt, den man unter Wasser vermeiden will.
Für Unterwasserfotografie und Video ist ein solcher Spot dagegen die falsche Wahl – dort braucht man einen breiten, gleichmäßigen Lichtkegel ohne harte Kante. Dazu gibt es eigene Modelle mit Flutlichtcharakteristik.
Für wen die Lampe passt
Gut geeignet als Backup- und Zweitlampe, als Einsteigerlampe für die ersten Nachttauchgänge und als Urlaubslampe, bei der es nicht schmerzt, wenn sie im Bootsgetümmel abhandenkommt. Auch für Schnorchler in der Dämmerung ist sie mehr als ausreichend.
Weniger geeignet als alleinige Hauptlampe für ganzjähriges Tauchen im Kaltwasser oder für alles mit Überkopfumgebung. Der Grund ist nicht die Helligkeit – die reicht. Es ist die Frage, wie sich Dichtungen und Elektronik nach zweihundert Tauchgängen verhalten, und darauf gibt es bei einer Direktmarke in dieser Preisklasse keine belastbare Antwort.
Was die Herstellerangaben nicht sagen
- Der Brenndauerverlauf. Wie lange die Lampe die volle Stufe hält, bevor sie thermisch herunterregelt, ist nicht angegeben. Bei einer XHP50.2 in einem kompakten Aluminiumkörper ist ein Absenken nach wenigen Minuten die Regel, nicht die Ausnahme.
- Der Abstrahlwinkel in Grad. Aus der Reichweitenangabe lässt sich nur schließen, dass der Kegel eng ist.
- Die Tiefenangabe. „IPX8″ ist eine Schutzart ohne festgelegte Tiefe; genannt werden 100 Meter. Für Sporttauchtiefen ist das reichlich – die Angabe gilt aber für eine neue, korrekt gefettete Dichtung.
SD05 oder SD06 – welche der beiden?
Sofirn führt neben der SD05 die SD06, die derselben Idee folgt und praktisch dasselbe kostet: rund 43 Euro, 3.200 statt 3.000 Lumen, ebenfalls Magnetring und IPX8. Die Unterschiede sind so klein, dass sie für die Kaufentscheidung kaum eine Rolle spielen – wer eine der beiden bekommt, hat dieselbe Lampe in leicht anderer Ausführung.
Die Produktboxen in diesem Beitrag zeigen deshalb die SD06: Sie ist die aktuellere der beiden und im Handel besser verfügbar. Alles, was oben über die Bauart steht – Magnetring, Wechselakku, enger Kegel – gilt für beide.
Sofirn, Wurkkos und die Frage nach der Marke
Sofirn und Wurkkos sind sich als Marken sehr ähnlich: Beide kommen aus dem Taschenlampenbau, beide verkaufen direkt über Amazon, beide bieten für wenig Geld sehr viel Licht. Von den klassischen Tauchmarken wie Mares oder Scubapro unterscheiden sie sich in zwei Punkten, die im Datenblatt nicht auftauchen.
Der erste ist die Modellpolitik: Bei den Direktmarken wechseln die Reihen schnell, und mit ihnen die Ersatzteile. Der zweite ist der Vertriebsweg – bei einem Defekt hast du es mit einem Amazon-Rückversand zu tun, nicht mit einem Tauchladen, der dir den O-Ring über den Tresen schiebt.
Das ist kein Argument gegen diese Lampen. Es ist ein Argument dafür, sie dort einzusetzen, wo ein Ausfall ärgerlich, aber nicht gefährlich ist.
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Letzte Aktualisierung am 11.10.2026 / *=Affiliate Links/Werbung
Häufige Fragen
Reicht die SD05 zum Nachttauchen?
Ja, für den normalen Nachttauchgang im Sporttauchbereich reicht sie deutlich. Wichtiger als die Lumenzahl ist, dass du eine zweite Lampe dabeihast – jede Nachttauchgang-Planung steht und fällt damit.
Wie viele Lumen brauche ich überhaupt?
Weniger, als die Werbung suggeriert. Warum das so ist und woran du dich stattdessen orientieren solltest, steht in meinem Beitrag Tauchlampe: Wie viel Lumen brauche ich?.
Gibt es einen unabhängigen Test der SD05?
Keinen aus den Tauchfachmagazinen – die testen die Direktmarken praktisch nicht. Wo du stattdessen suchen solltest, steht in Tauchlampe Test: Wer testet wirklich.