Über eine Frage denkt kaum jemand nach, bevor er die erste große Handlampe kauft: Wohin damit, wenn man sie gerade nicht braucht? Fünfzig Minuten lang eine 800-Gramm-Lampe umklammern geht nicht. Mit Trockentauchhandschuhen geht es erst recht nicht. Und du brauchst deine Hände ständig für andere Dinge – Inflator, Ablassventil, Leine, Kamera, Buddy.
Es gibt drei sinnvolle Antworten: Goodman-Handle, Handschlaufe, Boltsnap. Sie schließen sich nicht aus, sie haben nur unterschiedliche Aufgaben.
Das Goodman-Handle: die Lampe sitzt, die Hand ist frei
Ein Goodman-Handle ist ein Bügel, durch den du die Hand steckst. Die Lampe sitzt auf dem Handrücken, der Griff liegt in der Handfläche, Daumen und Finger bleiben benutzbar. Du kannst mit der Lampenhand einen Karabiner öffnen, die Leine führen oder ein Ventil bedienen, ohne die Lampe abzulegen. Genau darum ist das Handle im technischen Tauchen der Standard – und für die Hauptlampe im Binnengewässer die mit Abstand beste Lösung.
Der zweite Vorteil wird oft übersehen: Der Lichtkegel folgt der Hand, nicht dem Kopf. Du zeigst mit der Hand auf etwas und leuchtest es damit an. Das macht die Lampe zum Zeigegerät und ist die Grundlage für die Lichtzeichen, mit denen sich im trüben See überhaupt kommunizieren lässt.
Starr oder flexibel?
- Starre Handles aus Aluminium oder Kunststoff halten die Lampe exakt in Position. Sie sind haltbar und bedienbar, aber sie passen nur in einem engen Größenfenster: Was mit dem 3-mm-Nassanzughandschuh passt, klemmt mit dem Trockentauchhandschuh und dem Innenfutter darunter.
- Flexible Handles – im Grunde eine Bandage mit Klettverschluss und Lampenaufnahme – lassen sich an jede Handschuhdicke anpassen. Dafür kann sich die Lampe unter Belastung leicht verdrehen. Für Taucher, die im Sommer nass und im Winter trocken tauchen, ist das trotzdem meist die praktischere Wahl.
Wichtig in beiden Fällen: Anprobiert wird mit dem dicksten Handschuh, den du tauchst, nicht mit bloßer Hand im Wohnzimmer. Ein Handle, das im Januar nicht über den Handschuh geht, ist im Januar kein Handle.
Links oder rechts?
Üblich ist die Lampe rechts, weil die linke Hand am Inflator und am Ablassventil des Trockenanzugs beschäftigt ist. Wer mit Rolle oder Spool arbeitet, dreht das gelegentlich um. Entscheidend ist nur, dass es immer dieselbe Seite ist – im Ernstfall greifst du dorthin, wo die Lampe seit hundert Tauchgängen sitzt.
Zwei Handles, die die beiden Bauarten abdecken – einmal verstellbar-starr, einmal weich mit Klettverschluss:
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- Marke: ORCATORCH
- Stil: modern
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- Besonderheiten:
- D-Ring
- Doppelt verstellbare Klettverschlüsse
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Der Punkt, an dem sich die Handles unterscheiden, ist die Passung: Nur eines der drei nimmt Lampen bis 55 Millimeter Durchmesser und passt damit an so ziemlich alles, was du hast – die beiden anderen sind auf die Lampen ihrer eigenen Hausmarke abgestimmt (Mares EOS beziehungsweise OrcaTorch). Die Tabelle stellt Bauart, Befestigung, Passung, Bedienbarkeit mit dicken Handschuhen und Preis nebeneinander:






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Die Handschlaufe: einfach, billig, oft zu kurz
Die Schlaufe ums Handgelenk ist die einfachste Lösung und bei kleineren Lampen völlig in Ordnung. Sie hat genau eine Schwachstelle, und die ist immer dieselbe: Sie muss über den Trockentauchhandschuh und den Anzugsring passen. Serienschlaufen sind auf nackte Handgelenke ausgelegt. Wer die Lampe im Winter im See taucht, tauscht die Schlaufe gegen ein längeres Band – ein Stück Bungee mit Kunststoffkugel als Verschluss kostet fast nichts und ist mit einer Hand zu öffnen.
Was die Schlaufe nicht kann: die Hand freigeben. Die Lampe hängt am Gelenk und schwingt mit. Für die Hauptlampe auf längeren Tauchgängen ist sie deshalb die schlechtere Lösung, für die Backuplampe am Anzug eine Notlösung.
Boltsnap am D-Ring: für alles, was mitfahren soll
Ein Boltsnap ist der Karabiner mit dem federbelasteten Bolzen, den du mit Daumen und Zeigefinger zurückziehst. Er lässt sich mit einer Hand öffnen, auch mit dickem Handschuh, und er hakt sich nicht an fremden Leinen fest – das ist der Grund, warum er im Tauchsport den offenen Schnappkarabiner verdrängt hat.
Für die Lampe heißt das:
- Backuplampe an den Brust-D-Ring, Kopf nach unten oder unter dem Gurtband geführt, jedenfalls so, dass sie nicht frei baumelt.
- Hauptlampe im Aufstieg oder an der Leiter an den Hüft-D-Ring, damit beide Hände frei sind.
- Nichts an den Schulter-D-Ring, was du nicht sehen kannst. Was du nicht siehst, findest du mit Handschuh auch nicht.
Die Verbindung zwischen Lampe und Boltsnap ist kurz zu halten. Zwanzig Zentimeter Bungee reichen. Alles, was länger ist, wird zur Schlinge, und Schlingen sind im Baggersee mit Ästen, Netzresten und Angelschnur das, was man am wenigsten braucht. Die alte Regel gilt unverändert: Was baumelt, verfängt sich.
Boltsnap ist nicht gleich Karabiner
Der Alu-Karabiner mit Schnappverschluss aus dem Baumarkt sieht ähnlich aus und ist für diesen Zweck untauglich. Sein offener Haken fängt jede fremde Leine ein, und mit Handschuh bekommst du ihn schlecht auf. Was du willst, ist ein Bolzenkarabiner – im deutschen Handel meist als Boltsnap oder Bolzenkarabiner geführt – aus Messing oder Edelstahl. Messing korrodiert im Süßwasser praktisch nicht und läuft nicht fest; einfache verzinkte Ware tut das nach einer Saison durchaus.
Boltsnaps in den beiden Materialien, über die oben die Rede war – Messing und Edelstahl:
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Kanister- und Tanklampen: das Kabel ist das Thema
Bei einer Tanklampe sitzt der Akku am Gurt und der Lampenkopf am Goodman-Handle. Dazwischen liegt ein Kabel, und dieses Kabel ist der Teil, der Ärger macht, wenn er falsch geführt wird. Es läuft unter dem Arm entlang und wird am Schultergurt fixiert, nicht über die Schulter und nicht quer über die Brust. So bleibt es aus dem Sichtfeld, hakt sich nicht an D-Ringen fest, und du kannst den Arm bewegen, ohne dass der Akkutank am Gurt wandert.
Der Tank selbst gehört auf die rechte Beckenseite, wenn du links die Tarierweste bedienst. Er darf nicht wandern: einmal richtig auf den Gurt gezogen und dort belassen.
Helm, Jacket, Armband, Kugelhalter: die vier anderen Orte
Neben Hand, Handgelenk und D-Ring gibt es vier weitere Befestigungsorte, nach denen regelmäßig gefragt wird. Jeder von ihnen hat genau einen Zweck, für den er gut ist – und außerhalb davon ist er die schlechtere Wahl.
Helm
Die Helmhalterung ist die Lösung für Taucher, die beide Hände an der Leine oder am Ventil haben: Höhle, Wrack, Bergungsarbeit. Sie ist kein Ersatz für die Handlampe, sondern deren Ergänzung – auch Höhlentaucher führen ihre Hauptlampe an der Hand und haben am Helm nur ein zweites, meist breit strahlendes Licht.
Zwei Punkte, an denen es in der Praxis scheitert: Die Lampe gehört seitlich an den Helm, nicht mittig über die Augen – je näher die Lichtquelle an der Blickachse sitzt, desto mehr Rückstreuung siehst du im trüben Wasser. Und die Halterung muss so gebaut sein, dass sich die Lampe beim Streifen an einer Decke löst, statt den Kopf mitzuziehen.
Jacket und Wing
Am Jacket wird nichts festgebunden, sondern eingeklinkt – über Boltsnap an einen D-Ring, wie oben beschrieben. Was am Jacket sonst noch als Befestigungsort angeboten wird, taugt jeweils nur bedingt:
- Beintasche – gut zum Transportieren, schlecht zum Erreichen. Für die Backuplampe, die im Ernstfall sofort da sein muss, ist sie der falsche Ort.
- Inflatorschlauch – nie. Der Schlauch muss frei beweglich bleiben, und du brauchst ihn im Aufstieg genau dann, wenn du keine Hand frei hast.
- Schultergurt mit Gummiband – für eine kleine Backuplampe brauchbar, sofern der Kopf nach unten zeigt und nichts übersteht.
Armband und Handgelenkhalterung
Am Handgelenk sitzen vor allem kleine Videoleuchten und Kompaktlampen. Der Vorteil: Die Hand bleibt vollständig frei, und die Lampe kann nicht verloren gehen. Der Nachteil ist derselbe Punkt in anderer Richtung – der Lichtkegel folgt dem Unterarm, nicht der Handfläche. Zum Zeigen und zum Geben von Lichtzeichen taugt das kaum, weil du den ganzen Arm bewegen musst statt nur der Hand.
Für die Bandbreite gilt dasselbe wie für die Schlaufe: Sie muss über den dicksten Handschuh und über den Anzugsring passen, sonst sitzt sie am Tauchtag nicht.
Kugelhalter am Kameraarm
Sobald eine Kamera dazukommt, wechselt das Befestigungssystem. Unter Wasser hat sich dafür die Kugel-Klemm-Verbindung durchgesetzt: zwei Kugeln, dazwischen eine Klemme mit einer Schraube. Man löst die Schraube, richtet den Arm neu aus, zieht sie wieder an – das geht mit Handschuhen und im Wasser, und genau darum wird es so gebaut.
Zum Maß, und hier bitte vor dem Kauf nachmessen: Verbreitet ist die Ein-Zoll-Kugel (25,4 Millimeter), auf die der überwiegende Teil der Klemmen und Arme ausgelegt ist. Daneben gibt es kleinere Kugeln für leichte Aufbauten. Kugel, Klemme und Arm müssen zusammenpassen; die Größenangabe steht bei den Herstellern in der Regel bei der Klemme, nicht bei der Lampe.
Zwei Dinge sind an diesem System wichtiger, als sie aussehen. Erstens: Der Arm ist dafür da, das Licht von der Kamera wegzubringen. Eine Leuchte direkt neben dem Objektiv leuchtet die Schwebeteilchen im Wasser frontal an, und das Bild wird milchig – die Ursache dafür steht in GoPro unterwasser: warum die Aufnahmen milchig werden. Zweitens: Der Auftrieb des ganzen Aufbaus ändert sich mit jedem Teil, das dazukommt. Ein Set, das an Land handlich wirkt, kann im Wasser nach oben ziehen und den ganzen Tauchgang an der Hand zerren.
Die fünf Fehler, die ich am See am häufigsten sehe
- Zu kurze Schlaufe. Passt am Beckenrand, passt nicht über den Trockentauchhandschuh.
- Backuplampe lose in der Beintasche. Wenn die Hauptlampe ausfällt, brauchst du sie sofort und mit einer Hand – nicht nach dreißig Sekunden Kramen.
- Zu langes Bungee. Die Lampe pendelt vor dem Bauch und leuchtet dir selbst in die Maske.
- Handle falsch herum montiert. Der Kegel zeigt dann quer zur Blickrichtung, und man dreht den ganzen Tauchgang das Handgelenk ab.
- Alles neu am Tauchtag. Handle, Boltsnap und Schlaufe werden trocken angepasst und dann im Flachen ausprobiert, nicht auf dem Weg zur Kante.
Was zusammenpassen muss
Befestigung ist kein Zubehörthema, sondern Teil der Lampenwahl. Drei Maße entscheiden, ob das Ganze funktioniert:
- Lampendurchmesser – passt der Lampenkörper überhaupt in die Aufnahme des Handles? Viele Handles sind auf einen Bereich um 25 bis 40 Millimeter ausgelegt.
- Handumfang mit dickstem Handschuh – das Maß, das über starr oder flexibel entscheidet.
- Position und Zahl der D-Ringe am Jacket oder Wing. Wer keinen brauchbaren Brust-D-Ring hat, kann die Backuplampe nirgends sinnvoll unterbringen.
Welche Lampe im trüben Binnengewässer überhaupt sinnvoll ist, steht ausführlich im Beitrag Tauchlampe für Baggersee und Kaltwasser. Dort geht es auch um die Bedienung mit dicken Handschuhen – der zweite Punkt, an dem gutes Zubehör über einen entspannten Tauchgang entscheidet.
Häufige Fragen
Was ist ein Goodman-Handle?
Ein Bügel oder eine Bandage, mit der die Tauchlampe auf dem Handrücken sitzt. Die Hand bleibt frei zum Greifen, der Lichtkegel folgt der Handbewegung.
Brauche ich ein Goodman-Handle als Sporttaucher?
Für eine kleine Backuplampe nicht. Für jede Hauptlampe, die du länger als ein paar Minuten am Stück in der Hand hältst, ja – spätestens, wenn du im Trockenanzug tauchst und die Hände für Inflator und Ventil brauchst.
Boltsnap aus Messing oder Edelstahl?
Beides funktioniert. Messing ist weicher und läuft im Süßwasser praktisch nie fest, Edelstahl ist verschleißfester. Was du vermeiden solltest, ist billige verzinkte oder eloxierte Ware – die klemmt nach einer Saison Seewasser.
Welche Kugelgröße brauche ich für einen Kameraarm?
Verbreitet ist die Ein-Zoll-Kugel mit 25,4 Millimetern, für die es die meisten Klemmen und Arme gibt; daneben existieren kleinere Größen für leichte Aufbauten. Entscheidend ist, dass Kugel, Klemme und Arm zueinander passen – die Größenangabe findest du beim Hersteller der Klemme.
Wie befestige ich die Tauchlampe am Jacket?
Über einen Boltsnap an einem D-Ring, nicht durch Festbinden und nicht am Inflatorschlauch. Die Backuplampe gehört an den Brust-D-Ring, mit dem Kopf nach unten und eng am Körper; die Hauptlampe klinkst du im Aufstieg oder an der Leiter an den Hüft-D-Ring.
Wie lang darf das Bungee zur Lampe sein?
So kurz, dass die Lampe eingeklinkt eng am Körper anliegt. Etwa zwanzig Zentimeter sind ein guter Ausgangswert. Alles, was eine Schlinge bildet, in die eine Hand oder eine Leine passt, ist zu lang.
Kann ich die Lampe an der Maske oder am Helm tragen?
Technisch ja, im trüben Wasser ist es die schlechteste aller Positionen: Je näher die Lichtquelle am Auge sitzt, desto mehr Rückstreuung siehst du. Warum das so ist, steht in GoPro unterwasser: warum die Aufnahmen milchig werden. Kopflampen sind etwas für Höhlen- und Wracktaucher, die beide Hände an der Leine haben – und auch die tragen die Hauptlampe an der Hand.