Archon ist unter Tauchern ein Begriff: Der chinesische Hersteller baut seit Jahren Lampen mit ordentlicher Verarbeitung zu Preisen deutlich unter denen der europäischen Marken. In deutschen Tauchforen tauchen die Modelle regelmäßig auf – im deutschen Handel dagegen kaum.
Vorbemerkung: Ich habe keine dieser Lampen selbst getaucht. Die Zahlen unten sind Herstellerangaben, am 29.08.2026 bei Archon und bei internationalen Händlern nachgesehen und nicht nachgemessen.
⚠️ Zur Verfügbarkeit in Deutschland
Das Wichtigste zuerst, weil es über den Kauf entscheidet: Eine Suche nach „Archon Tauchlampe“ bei amazon.de liefert am 29.08.2026 genau ein Ergebnis – die J2 für rund 274 Euro. Die im Folgenden beschriebenen Modelle sind über internationale Versender oder direkt beim Hersteller zu bekommen, mit den bekannten Folgen: Lieferzeit, Zoll und im Reklamationsfall ein Ansprechpartner außerhalb der EU.
Das ist kein Urteil über die Qualität der Lampen, sondern eine Feststellung zur Beschaffbarkeit. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, findet hier die Modellübersicht; wer eine Lampe mit deutscher Gewährleistung und schneller Lieferung sucht, sollte den letzten Abschnitt lesen.
Die Modelle
| Modell | Lumen | Tiefe | Besonderheit | Gedacht für |
|---|---|---|---|---|
| V10S | 1.200 | 100 m | kompakt, enger Strahl, Ladeanzeige | Backup, Sporttauchen |
| V10P | 2.000 | 100 m | 21700-Akku, USB-Ladung | Allroundlampe |
| D33 / W39 | 3.000 | 100 m | drei LEDs, drei Akkus im Griff | lange Tauchgänge |
| D39V | 10.000 | 100 m | Weiß, Warmweiß, Rot, Blau und UV | Video und Foto |
| W41VP II (auch D35VP II) | 4.200 | 100 m | kombiniert Spot und Videolicht | Video mit Spotbedarf |
Zwei Hinweise zur Benennung, weil sie beim Suchen Ärger sparen: D33 und W39 sind dieselbe Lampe unter zwei Bezeichnungen – je nach Händler steht mal die eine, mal die andere im Titel. Und die W41VP II läuft bei manchen Anbietern als D35VP II.
Was an den Modellen interessant ist
V10S und V10P – die kompakten
Die V10S mit 1.200 Lumen ist eine klassische kleine Handlampe mit engem Strahl – die Bauart, die sich als Backup an einem D-Ring gut macht. Die V10P legt mit 2.000 Lumen nach und läuft auf einem 21700-Akku, der über USB geladen wird. Beide sind bis 100 Meter angegeben.
D33 / W39 – drei Akkus im Griff
3.000 Lumen aus drei LEDs, gespeist aus drei Akkus, die im Lampengriff sitzen. Das ist keine Tanklampe – es gibt keinen Akkutank am Rücken und kein Kabel –, sondern eine große Handlampe. Der Vorteil gegenüber einer Tanklampe: nichts kann sich verheddern. Der Nachteil: das Gewicht liegt in der Hand.
D39V – die Videolampe mit fünf Lichtfarben
10.000 Lumen klingen nach der hellsten Lampe im Programm, und das ist sie auch – aber sie ist als Videolicht gebaut, also mit breitem, gleichmäßigem Kegel. Dazu kommen Warmweiß, Rot, Blau und UV. Rot ist praktisch, weil viele nachtaktive Tiere darauf nicht reagieren; UV ist für Fluoreszenzaufnahmen.
Für die Navigation im trüben Wasser ist genau diese Lampe die falsche. Ein breiter Kegel beleuchtet die Schwebeteilchen auf ganzer Fläche, und das Streulicht kommt zurück – wie Fernlicht im Nebel. Dort ist ein enger Spot mit einem Bruchteil der Lumenzahl überlegen.
W41VP II – Spot und Video in einem
Der Versuch, beide Lichtbilder in einer Lampe unterzubringen: ein Spot für die Navigation und ein breites Videolicht, je nach Bedarf. 4.200 Lumen gibt der Hersteller an. Wer ohnehin filmt und keine zweite Lampe mitnehmen will, ist damit richtig – wer nur eines von beidem braucht, fährt mit einer spezialisierten Lampe besser.
Was die Herstellerangaben nicht sagen
- Die Brenndauer. Für keines der Modelle findet sich eine belastbare Angabe, auf welcher Stufe wie lange geleuchtet wird. Bei einer Tauchlampe ist das die wichtigste Zahl überhaupt.
- Der Abstrahlwinkel in Grad. „Spot“ und „Flood“ sind Beschreibungen, keine Werte – und der Winkel entscheidet unter Wasser mehr als die Lumenzahl.
- Farbwiedergabe. Für Videoaufnahmen wäre der CRI-Wert wichtiger als die Helligkeit; genannt wird er nicht.
- Ersatzteile und Dichtungen. Bei einem Direktimport ist das die entscheidende Frage – eine Tauchlampe lebt von ihren O-Ringen.
Erhältliche Alternativen
Wer die Bauart schätzt, aber hier kaufen möchte, findet in jeder Kategorie eine Entsprechung:
- Statt V10S als Backup: die OrcaTorch D530 mit 1.500 Lumen im 7-Grad-Spot – oder ein Blick in die Top 5 Backup-Tauchlampen.
- Statt V10P als Allrounder: die Wurkkos DL10R mit 4.500 Lumen für unter 80 Euro.
- Statt D33/W39 für lange Tauchgänge: die OrcaTorch D710 mit zwei Akkus im Lieferumfang und bis zu 7 Stunden 40 Minuten Brenndauer.
- Statt D39V für Video: die breit strahlenden Modelle der Scubapro-Nova-Reihe oder die Wurkkos DL30 mit CRI 90.
Häufige Fragen
Sind Archon-Lampen gut?
Die Marke hat in der Tauchszene einen ordentlichen Ruf, und die technischen Daten sind für den Preis konkurrenzfähig. Getestet habe ich keine der Lampen. Das praktische Problem ist nicht die Qualität, sondern die Beschaffbarkeit in Deutschland.
Wie tief kann ich mit einer Archon-Lampe tauchen?
Die hier genannten Modelle sind durchgehend mit 100 Metern angegeben. Einzelne andere Modelle des Herstellers nennen höhere Werte – vor dem Kauf immer die Angabe zum konkreten Modell prüfen, nicht die zur Marke.
Warum heißt dieselbe Lampe D33 und W39?
Archon verwendet für manche Modelle zwei Bezeichnungen parallel, je nach Vertriebsweg. Beim Preisvergleich lohnt es sich deshalb, nach beiden Namen zu suchen – dasselbe gilt für W41VP II und D35VP II.
Zu anderen Herstellern: Mares Tauchlampen, Scubapro Tauchlampen und OrcaTorch Tauchlampen.